Die Sache mit den Thumbnails (WordPress)
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Die Sache mit den Thumbnails (WordPress)

Hallo meine Lieben,

heute erzähle ich euch von meiner neusten WOW-Entdeckung, die sowohl unterhaltsam als auch vor allem für WordPress-Seiteninhaber interessant ist. Es handelt sich nämlich um den Bilderupload mit WordPress. Wie aus einem kleinen Thumbnail ein riesiger Vorschlaghammer wurde…

Was ist ein Thumbnail?

Als Thumbnail bezeichnet man ein Foto, welches als kleine Vorschau dient, ehe das gesamte Foto / die Datei geöffnet wird. Da Thumbnails kleiner als die Datei selber sind, erfüllen sie zusätzlich den Zweck, das eine Seite schneller lädt, weil es zwei Versionen der Datei gibt. Eine Kleine bevor man die Datei öffnet (Thumbnail), so wie das Original. Manche Programme (so auch WordPress) erstellen von einem Foto mehr als nur eine Version, sodass das Foto je nach Endgerät angepasst wird. Theoretisch könnte man diese Funktion abstellen, praktisch ist es jedoch nicht immer möglich – So kam es auch bis zum heutigen Ereignis.

Was ist passiert?

Ich hatte mich schon immer gewundert weshalb ein Backup meiner Seite gute 2 Stunden dauerte obwohl ich doch nur ganz wenige Fotos eingebunden hatte. Angeblich würde ich mehrere 10.000 Dateien besitzen. Früher dachte ich bei den 10.000 Dateien würde es sich um PHP-Skripte, Styles und Co. handeln. Seit geraumer Zeit weiß ich jedoch dass dem nicht so ist. Wäre ja auch Wahnsinn! Viel schlimmer getroffen hat es jedoch das Projekt meiner Mum welches mir dieses Problem zum ersten Mal vor Augen führte. Diese hat eine Seite erstellt, auf der sie all ihre gestrickten Werke veröffentlicht und mit ca. 10-20 Fotos hinterlegt. Von außen scheint alles normal auszusehen, doch wenn man genauer hinsah, verborg sich unter dieser kleinen WordPress-Seite ein Verzeichnis mit über 110.000 Dateien!! An einem Backup war gar nicht mehr zu denken. Die Seite selber war mehrere 28GB groß. Mit Backup war der Server den sich meine Mutti gemietet hat schon so ziemlich voll. Wie gut dass ihr Töchterlein nun seit 2 Jahren Informatik studiert hat und nun ein bisschen mehr Ahnung besitzt, was da eigentlich Sache ist. Ansonsten hätte sich meine Mutter wohl möglich einen teureren Server gemietet. Das wäre unser Worst Case Szenario in diesem Fall.

Ich sag mal so – meine Seite so wie sie derzeit erstellt wurde ist nicht die Beste. Solche Webseiten bieten wir auf der Arbeit auch gar nicht an, denn hinter einer WordPress Seite steckt einfach viel mehr als nur ein paar Plugins hier und da. Unser Ziel ist es schließlich die Seite möglichst performant (Schnell, klein und Ressourcen sparend) zu halten. Da ich früher mehr an Grafik Design interessiert war und Web Development immer total kompliziert aussah, habe ich nun heute mit einigen Anfängerfehlern zu kämpfen. Das beste wäre es eigentlich die Seite von Grund auf neu aufzusetzen, dafür fehlt mir jedoch die Zeit. (Kleine Information am Rande)

Wie ich ganze 95% Speicherplatz sparen konnte: Aus 56GB wurden nur noch 3GB…

Anfangs habe ich geglaubt meine Mum hätte ihre Fotos nicht richtig komprimiert und dicke 4MB-Schinken auf ihrer Webseite eingebaut, nachdem ich jedoch das erste Backup ihrer Seite ziehen wollte, wurde mir sofort alles klar – Da stimmt etwas nicht!! 110.000 Fotos befanden sich im Upload-Ordner ihrer WordPress Seite. Mit jedem Foto welches sie hochgeladen hatte, wurden automatisch 42(!) Versionen auf den Server abgespeichert. Jedes in einer anderen Auflösung / Bildgröße… Aber wie kann das sein?

Mir ist heute der Grund wahrhaftig in die Augen gesprungen. WordPress speichert normalerweise 3 Versionen pro Foto in verschiedenen Größen ab. Woher kommen also die weiteren 39 Variationen? Ich habe nie auch nur ansatzweise darüber nachgedacht, dass WordPress-Themes, aber auch Plugins eine nicht sichtbare Einstellung haben können, die von jedem vorhandenen Foto eine eigene Thumbnail-Ansicht erstellt (Denn es KÖNNTE ja mal gebraucht werden -_-). Diese Funktion kann man aber auch nirgends einsehen, geschweige denn abstellen. So speichert also WordPress jedes Foto brav in allen möglichen Größen für jedes Theme und jedes Plugin ab.

Nachdem ich etliche Plugins ausprobiert habe, habe ich nun die ultimative Lösung auf all meine Probleme gefunden. Das Plugin nennt sich “Stop Generating Images Sizes“, ist kostenlos und zeigt eine Übersicht an, welche Bildgrößen durch welches Plugin oder Theme erstellt werden. Man kann die jeweiligen Größen bequem an und abwählen, sodass Thumbnails weiterhin möglich sind, man jedoch die volle Kontrolle hat. UFF! Welch eine Erleichterung!! Alle zukünftigen Fotos werden jetzt nicht mehr in 42 Versionen, sondern nur noch 1-4 Versionen abgespeichert (Je nachdem was man eingestellt hat). Das löste nun wenigstens unser größtes Problem.

Was jedoch tun mit den ganzen Fotos die bereits doppelt und vierzigfach abgespeichert wurden? Es klingt total umständlich, war es für mich jedoch nicht – ich habe die Fotos per Suchbefehl in Filezilla gefiltert und per Hand gelöscht. Das hat mich gut einen halben Tag gekostet, meiner lieben Mutter jedoch jegliche Arbeit erspart. Die Thumbnailansicht funktioniert nun leider nicht mehr, auf der Seite selber werden die jetzigen Fotos jedoch richtig angezeigt. Für professionelle Arbeit wäre dies nicht ausreichend, für unsere privaten Projekte reicht es jedoch vollkommen 🙂 So sind aus 110.000 abgespeicherten Fotos lediglich ~2300 geworden 👍🏼👍🏼 und Mamas vorher 56GB großes Projekt beträgt nun schlappe 3GB inklusive Backup. Ich würde sagen, auch hier habe ich wieder eine gute Tat vor Jahreswechsel vollbracht 😎.

Fazit

Je weniger Plugins man nutzt, desto besser. Jedes Plugin beeinflusst die Performance einer Seite, aber auch ggf. den Speicherplatz. Sollte man nicht auf diverse Gallerien oder Plugins verzichten wollen die mit Fotos arbeitet, so sollte man auf jeden Fall das folgende Plugin verwenden um späteren Ärger zu vermeiden: https://wordpress.org/plugins/image-sizes/

Es hat schon seine Gründe weshalb es Website-Entwickler gibt und diverse Webseiten von Agenturen oder Entwicklern eingerichtet und oder betrieben werden. Damit spart man sich eine Menge Ärger und letztendlich auch noch einige Kosten. Ein Server wird seltenst in der Größe durch Bilder-Upload an sein Limit getrieben – meistens steckt viel mehr dahinter.

Ich hoffe ich habe die meisten von euch nicht zu sehr gelangweilt 😉. Ein wenig persönlicher wird es schließlich im nächsten Beitrag.
Bis demnächst, eure Jackie und liebe Grüße an meine tolle Mutti ♥

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